Die Dämmerungszeiten im Februar 2022

(alle Zeiten für Wien unter Berücksichtigung Sommer-/Winterzeit)


Datum AD ND BD BD ND AD
01.02.2022 05:33 06:10 06:47 07:21 16:56 17:29 18:07 18:43
02.02.2022 05:32 06:09 06:46 07:19 16:58 17:31 18:08 18:45
03.02.2022 05:31 06:07 06:45 07:18 16:59 17:32 18:10 18:46
04.02.2022 05:30 06:06 06:43 07:16 17:01 17:34 18:11 18:47
05.02.2022 05:29 06:05 06:42 07:15 17:02 17:35 18:12 18:49
06.02.2022 05:27 06:04 06:41 07:13 17:04 17:37 18:14 18:50
07.02.2022 05:26 06:02 06:39 07:12 17:06 17:38 18:15 18:52
08.02.2022 05:25 06:01 06:38 07:10 17:07 17:40 18:17 18:53
09.02.2022 05:23 06:00 06:36 07:08 17:09 17:41 18:18 18:54
10.02.2022 05:22 05:58 06:35 07:07 17:10 17:43 18:20 18:56
11.02.2022 05:21 05:57 06:33 07:06 17:12 17:45 18:21 18:57
12.02.2022 05:19 05:55 06:32 07:04 17:14 17:46 18:23 18:59
13.02.2022 05:18 05:54 06:30 07:02 17:15 17:48 18:24 19:00
14.02.2022 05:16 05:52 06:29 07:01 17:17 17:49 18:26 19:02
15.02.2022 05:15 05:51 06:27 06:59 17:18 17:51 18:27 19:03
16.02.2022 05:13 05:49 06:25 06:57 17:20 17:52 18:29 19:05
17.02.2022 05:11 05:47 06:24 06:56 17:22 17:54 18:30 19:06
18.02.2022 05:10 05:46 06:22 06:54 17:23 17:55 18:32 19:08
19.02.2022 05:08 05:44 06:20 06:52 17:25 17:57 18:33 19:09
20.02.2022 05:06 05:42 06:19 06:50 17:26 17:58 18:34 19:11
21.02.2022 05:05 05:41 06:17 06:48 17:28 18:00 18:36 19:12
22.02.2022 05:03 05:39 06:15 06:47 17:30 18:01 18:37 19:14
23.02.2022 05:01 05:37 06:13 06:45 17:31 18:03 18:39 19:15
24.02.2022 04:59 05:35 06:11 06:43 17:33 18:04 18:40 19:17
25.02.2022 04:57 05:34 06:10 06:41 17:34 18:06 18:42 19:18
26.02.2022 04:56 05:32 06:08 06:39 17:36 18:07 18:43 19:20
27.02.2022 04:54 05:30 06:06 06:37 17:37 18:09 18:45 19:21
28.02.2022 04:52 05:28 06:04 06:35 17:39 18:10 18:46 19:23

BD … Bürgerliche Dämmerung – Lesen im Freien möglichen (Tiefenwinkel bis 6 Grad)
ND … Nautische Dämmerung – Horizont und einige Sterne sichtbar (Tiefenwinkel bis 12 Grad)
AD … Astronomische Dämmerung – bis zur maximalen Dunkelheit tiefer Nacht (Tiefenwinkel bis 18 Grad) *

* Infolge zahlreicher irdischer Beleuchtungsquellen ist vielerorts nach dem astronomischen Dämmerungsende kein völlig schwarzer Nachthimmel zu erleben; diese Aufhellung wird auch als Lichtverschmutzung bezeichnet.

Sichtbarkeit der Planeten im Februar 2022

(alle Zeiten für Wien unter Berücksichtigung Sommer-/Winterzeit)


Merkur bleibt im Februar in unseren Breiten unbeobachtbar. Lediglich erfahrene Beobachter südlich 48° nördlicher Breite können Merkur zwischen 7. und 12. Februar tief im Sodosten erspähen.

Venus ist Planet am Morgenhimmel. Am 1. Februar geht die Venus um 5:10 Uhr auf und am 28. bereits um 4:30 Uhr. Etwa eine Viertelstunde nach ihrem Aufgang kann man die Venus am Südosthorizont erkennen. Am 13. Februar kommt es zu einer Begegnung mit dem Planeten Mars, wobei sich die Venus in 6°35´ nördlichem Abstand befindet.

Mars kann am Morgenhimmel im Südosten gesehen werden. Am 13. Februar kommt es zu einer Begegnung mit der Venus, die sich 6°35´ nördlich des Mars befindet. Die Aufgänge des Mars verfrühen sich von 5:40 Uhr am 1. Februar auf 5:00 Uhr am Monatsende.

Jupiter zieht sich vom Abendhimmel zurück. Am 1. geht der Jupiter um 18:50 Uhr unter und am 15. um 18:15 Uhr. Nach der Monatsmitte wird man vergeblich nach Jupiter ausschau halten.

Saturn hält sich am Taghimmel auf und bleibt Nachts unbeobachtbar.

Uranus kann in der ersten Nachthälfte aufgefunden werden. Er verlegt seine Untergänge in die Zeit vor Mitternacht. Uranus geht am 1. um 0:20 Uhr unter, am 15. um 23:30 Uhr und am 28. bereits um 22:30 Uhr.

Neptun zieht sich vom Abendhimmel zurück. Der sonnenfernste Planet kann mit lichtstarker Optik von erfahrenen Planetenjägern noch Anfang des Monats gefunden werden. Am 1. geht der Neptun um 20:00 Uhr unter. Bis 15. verfrühen sich seine Untergänge auf 19:00 Uhr.

Auf- und Untergangszeiten und Mondphasen im Februar 2022


Datum Mondaufgang Monduntergang
01.02.2022 08:02 17:01
02.02.2022 08:32 18:24
03.02.2022 08:56 19:43
04.02.2022 09:16 20:59
05.02.2022 09:34 22:11
06.02.2022 09:50 23:21
07.02.2022 10:08 –:–
08.02.2022 10:27 00:30
09.02.2022 10:50 01:38
10.02.2022 11:18 02:45
11.02.2022 11:53 03:49
12.02.2022 12:37 04:48
13.02.2022 13:31 05:40
14.02.2022 14:34 06:22
15.02.2022 15:43 06:56
16.02.2022 16:54 07:24
17.02.2022 18:07 07:47
18.02.2022 19:21 08:06
19.02.2022 20:34 08:24
20.02.2022 21:50 08:41
21.02.2022 23:07 09:00
22.02.2022 –:– 09:21
23.02.2022 00:26 09:46
24.02.2022 01:48 10:19
25.02.2022 03:06 11:04
26.02.2022 04:16 12:02
27.02.2022 05:14 13:13
28.02.2022 05:58 14:33
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Neumond 2 3 4 5 6
7 Erstes Viertel 9 10 11 12 13
14 15 Vollmond 17 18 19 20
21 22 Letztes Viertel 24 25 26 27
28

Der neue Wettlauf ins All – Die Zukunft der Raumfahrt


Rund 50 Jahre nach der ersten Mondlandung steht die Menschheit vor dem nächsten großen Schritt, den Weltraum zu erobern.

Die NASA plant eine Station in der Mondumlaufbahn, auch China und Indien drängen ins All. Weltraumtourismus ist längst keine Utopie mehr.

Und SpaceX-Chef Elon Musk schickt Astronauten und seine Starlink-Satelliten in den Orbit und will den Mars besiedeln. Woher kommt die neue Lust aufs All?

Dieses Buch stellt die ambitionierten Pläne der Raumfahrtunternehmen, ihre Raketen, Raumschiffe und Ziele vor und bietet eine fundierte Einschätzung von Chancen und Risiken. Nach 6 Jahrzehnten Weltraumfahrt ist auch der überfüllte Orbit mittlerweile ein Problem. Millionen Trümmerstücke in der erdnahen Umlaufbahn gefährden die Zukunft der Raumfahrt. Das Buch beschreibt, wie diese beobachtet werden und was dagegen geplant ist.

Ein großes Thema sind natürlich die Gefahren aus dem All und wie Raumsonden die Erde vor dem Einschlag eines Asteroiden bewahren können.

Der neue Wettlauf ins All – Die Zukunft der Raumfahrt

Das letzte Kapitel stellt die Frage „erst der Mars und dann?“ Nach den Reisen zum roten Planeten rufen – vielleicht – die Weiten des Kosmos.

Mit einem Vorwort vom Österreicher Josef Aschbacher, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Fazit: Wenn man sich für die derzeit in Entwicklung befindlichen bzw. bereits realisierten und zukünftigen Projekte der Raumfahrt interessiert, ein wirklich interessantes und empfehlenswertes Buch.

Der neue Wettlauf ins All – Die Zukunft der Raumfahrt
Autor: Dirk H. Lorenzen
208 Seiten, 110 Farbfotos, 22 SW-Fotos und 108 Farbzeichnungen, 259 x 197 x 24 mm
Verlag: Kosmos Verlag 2021, 1. Auflage, ISBN 978-3-440-17271-1
Preis: EUR 25,00

Auf- und Untergangszeiten und Mondphasen im Jänner 2022


Datum Mondaufgang Monduntergang
01.01.2022 06:26 14:34
02.01.2022 07:44 15:34
03.01.2022 08:46 16:48
04.01.2022 09:34 18:09
05.01.2022 10:08 19:33
06.01.2022 10:34 20:52
07.01.2022 10:55 22:07
08.01.2022 11:13 23:19
09.01.2022 11:30 –:–
10.01.2022 11:47 00:28
11.01.2022 12:04 01:36
12.01.2022 12:24 02:43
13.01.2022 12:49 03:50
14.01.2022 13:19 04:56
15.01.2022 13:57 05:59
16.01.2022 14:45 06:55
17.01.2022 15:42 07:44
18.01.2022 16:47 08:23
19.01.2022 17:56 08:55
20.01.2022 19:07 09:20
21.01.2022 20:19 09:42
22.01.2022 21:31 10:00
23.01.2022 22:44 10:17
24.01.2022 23:59 10:35
25.01.2022 –:– 10:54
26.01.2022 01:17 11:17
27.01.2022 02:38 11:45
28.01.2022 04:01 12:23
29.01.2022 05:20 13:14
30.01.2022 06:28 14:19
31.01.2022 07:22 15:38
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 Neumond
3 4 5 6 7 8 Erstes Viertel
10 11 12 13 14 15 16
17 Vollmond 19 20 21 22 23
24 Letztes Viertel 26 27 28 29 30
31

Sichtbarkeit der Planeten im Jänner 2022

(alle Zeiten für Wien unter Berücksichtigung Sommer-/Winterzeit)


Merkur bietet gleich zu Jahresbeginn eine respektable Abendsichtbarkeit. Am 1. erfolgt der Untergang des Merkur um 17:10 Uhr. Kurz nach 17:00 Uhr ist die Dämmerung soweit fortgeschritten, dass man Merkur knapp über dem Südwesthorizont erkennen kann. Letztmals ist Merkur am 13. zu beobachten. An diesem Tag sinkt er um 17:35 Uhr unter die südwestliche Horizontlinie.

Venus wechsel im Jänner vom Abend- an den Morgenhimmel. In den ersten Jännertagen kann die Venus gerade noch am Abendhimmel gesehen werden. Bis 5. Jänner verfrühen sich ihre Untergänge auf 16:45 Uhr. Danach ist die Venus vom Abendhimmel verschwunden. Bereits am 13. erscheint die Venus am Morgenhimmel. Am 13. geht die Venus um 6:50 Uhr auf. Eine knappe Stunde später geht die Sonne auf. Bis Monatsende verfrühen sich die Aufgänge der Venus auf 5:15 Uhr.

Mars kann unter günstigen Sichverhältnissen am Morgenhimmel aufgefunden werden. Seine Aufgänge verfrühen sich von 5:50 Uhr zu Monatsbeginn auf 5:35 Uhr zu Monatsende.

Jupiter kann noch am frühen Abendhimmel weit im Westen gesehen werden. Seine Sichtbarkeitsdauer geht erheblich zurück. Am 1. geht der Jupiter um 20:15 Uhr unter, am 15. um 19:30 Uhr und am Monatsletzten bereits um 18:55 Uhr. Ein netter Himmelsanblick ergibt sich am 5. Jänner gegen 18:00 Uhr, wo sich zur Planetenparade Merkur – Saturn – Jupiter die Sichel des zunehmenden Mondes dazu gesellt. Ende Jänner beträgt die Sichtbarkeitsdauer von Jupiter nur noch knapp 2 Stunden.

Saturn gibt seine Abschiedsvorstellung am Abendhimmel. Um die Monatsmitte wird der Ringplanet unbeobachtbar. Zu Jahresbeginn beteiligt sich der Saturn an der abendlichen Planetenparade Merkur – Saturn – Jupiter, zu der sich vom 4. – 6. Jänner noch die Sichel des zunehmenden Mondes dazu gesellt.

Uranus kann in der ersten Nachthälfte beobachtet werden, aus der zweiten Nachthälfte allmählich zurück. Die Untergänge erfolgen am 1. Jänner um 2:30 Uhr, am 15. um 1:30 Uhr und am 31. bereits um 0:20 Uhr. Jeweils etwa 1 Stunde vorher wird Uranus unbeobachtbar. Im Jahr 2022 wird Uranus elfmal vom Mond bedeckt. Von Mitteleuropa aus sind allerdings nur die Bedeckungen am 14. September und am 5. Dezember zu beobachten.

Neptun beginnt sich allmählich vom Abendhimmel zurück zu ziehen. Ende Jänner wird es schwierig, denn Neptun noch zu beobachten. Nur durch die zurzeit früh einsetzende Dunkelheit bietet sich noch eine passable Abendsichtbarkeit. Am Jahresanfang erfolgt sein Untergang um 22:00 Uhr und am 31. Jänner bereits um 20:00 Uhr.

Die Dämmerungszeiten im Jänner 2022

(alle Zeiten für Wien unter Berücksichtigung Sommer-/Winterzeit)


Datum AD ND BD BD ND AD
01.01.2022 05:50 06:27 07:07 07:43 16:13 16:49 17:29 18:07
02.01.2022 05:50 06:27 07:07 07:43 16:14 16:50 17:30 18:08
03.01.2022 05:50 06:27 07:07 07:43 16:15 16:51 17:31 18:09
04.01.2022 05:50 06:27 07:07 07:43 16:16 16:52 17:32 18:10
05.01.2022 05:50 06:27 07:07 07:43 16:17 16:53 17:33 18:10
06.01.2022 05:50 06:27 07:07 07:42 16:19 16:54 17:34 18:11
07.01.2022 05:49 06:27 07:06 07:42 16:20 16:56 17:35 18:12
08.01.2022 05:49 06:27 07:06 07:42 16:21 16:57 17:36 18:13
09.01.2022 05:49 06:27 07:06 07:41 16:22 16:58 17:37 18:15
10.01.2022 05:49 06:26 07:05 07:41 16:23 16:59 17:38 18:16
11.01.2022 05:49 06:26 07:05 07:40 16:25 17:00 17:39 18:17
12.01.2022 05:48 06:26 07:05 07:40 16:26 17:01 17:40 18:18
13.01.2022 05:48 06:25 07:04 07:39 16:27 17:03 17:42 18:19
14.01.2022 05:47 06:25 07:03 07:39 16:29 17:04 17:43 18:20
15.01.2022 05:47 06:24 07:03 07:38 16:30 17:05 17:44 18:21
16.01.2022 05:46 06:24 07:02 07:37 16:32 17:07 17:45 18:22
17.01.2022 05:46 06:23 07:02 07:37 16:33 17:08 17:46 18:24
18.01.2022 05:45 06:22 07:01 07:36 16:34 17:09 17:48 18:25
19.01.2022 05:45 06:22 07:00 07:35 16:36 17:11 17:49 18:26
20.01.2022 05:44 06:21 06:59 07:34 16:37 17:12 17:50 18:27
21.01.2022 05:43 06:20 06:59 07:33 16:39 17:13 17:52 18:29
22.01.2022 05:43 06:20 06:58 07:32 16:40 17:15 17:53 18:30
23.01.2022 05:42 06:19 06:57 07:31 16:42 17:16 17:55 18:31
24.01.2022 05:41 06:18 06:56 07:30 16:43 17:18 17:56 18:32
25.01.2022 05:40 06:17 06:55 07:29 16:45 17:19 17:57 18:34
26.01.2022 05:39 06:16 06:54 07:28 16:46 17:20 17:58 18:35
27.01.2022 05:38 06:15 06:53 07:27 16:48 17:22 18:00 18:36
28.01.2022 05:38 06:14 06:52 07:26 16:50 17:23 18:01 18:38
29.01.2022 05:37 06:13 06:51 07:24 16:51 17:25 18:02 18:39
30.01.2022 05:36 06:12 06:50 07:23 16:53 17:26 18:04 18:40
31.01.2022 05:34 06:11 06:48 07:22 16:54 17:28 18:05 18:42

BD … Bürgerliche Dämmerung – Lesen im Freien möglichen (Tiefenwinkel bis 6 Grad)
ND … Nautische Dämmerung – Horizont und einige Sterne sichtbar (Tiefenwinkel bis 12 Grad)
AD … Astronomische Dämmerung – bis zur maximalen Dunkelheit tiefer Nacht (Tiefenwinkel bis 18 Grad) *

* Infolge zahlreicher irdischer Beleuchtungsquellen ist vielerorts nach dem astronomischen Dämmerungsende kein völlig schwarzer Nachthimmel zu erleben; diese Aufhellung wird auch als Lichtverschmutzung bezeichnet.

Weihnachten im Weltraum feiern


Die Weihnachts-, Chanukka- und Neujahrsfeiertage sind in der Regel freudige Ereignisse, die mit Familie und Freunden verbracht werden. Astronauten und Kosmonauten, die sich während dieser Zeit im Weltraum aufhalten, haben ihre ganz eigene Art gefunden, diese Gelegenheiten zu feiern. In den frühen Jahren des Weltraumprogramms waren Ferien im Weltraum relativ seltene Ereignisse, wie der Flug von Apollo 8 um den Mond zu Weihnachten 1968, was sie vielleicht unvergesslicher machte. Als Missionen länger und häufiger wurden, wurden Urlaube im Weltraum immer häufiger. In den letzten 21 Jahren sind Ferien an Bord der Internationalen Raumstation ISS zu jährlichen, wenn auch nicht ganz alltäglichen Ereignissen geworden.

Links: Das berühmte Erdaufgang-Foto, aufgenommen von der Apollo-8-Crew in der Mondumlaufbahn. Foto: NASA. Rechts: Video der Apollo 8-Crew von Frank Borman, James A. Lovell und William A. Anders beim Lesen von Genesis. Video: NASA

Die erste Besatzung, die Weihnachten im Weltraum verbrachte, die Apollo-8 Astronauten Frank Borman, James A. Lovell und William A. Anders, feierten im Dezember 1968 das Weihnachtsfest, während sie den Mond umkreisten und als erste Menschen die Erdumlaufbahn verließen. Sie verewigten das Ereignis am Heiligabend, indem sie abwechselnd die ersten Verse aus dem Buch Genesis der Bibel lasen, während sie Szenen des vorbeigleitenden Mondes ausstrahlten. Schätzungsweise eine Milliarde Menschen in 64 Ländern haben ihre Sendung an Heiligabend eingeschaltet. Als sie die Mondumlaufbahn verließen, funkte Lovell zur Erde zurück, wo bereits Weihnachten war: „Bitte beachten Sie, dass es einen Weihnachtsmann gibt!“

Links: Der provisorische Weihnachtsbaum an Bord von Skylab im Dezember 1973. Rechts: Skylab-4-Astronaut William R. Pogue fotografierte seine Crew-Kollegen Gerald P. Carr (links) und Edward G. Gibson beim Beschneiden ihres selbstgebauten Weihnachtsbaums. Foto: NASA.

Während ihrer 84-tägigen, rekordverdächtigen Mission an Bord der Raumstation Skylab in den Jahren 1973 und 1974, feierten die Astronauten Gerald P. Carr, William R. Pogue und Edward G. Gibson Thanksgiving, Weihnachten und Neujahr im All. Sie waren die erste Crew, die Thanksgiving und Silvester im Orbit verbrachte. Aus Essensresten bauten sie einen selbstgemachten Weihnachtsbaum, verwendeten farbige Abziehbilder als Dekoration und krönten ihn mit einem Pappausschnitt in Form eines Kometen. Carr und Pogue verbrachten sieben Stunden auf einem Weltraumspaziergang am Weihnachtstag, um Filmkanister auszuwechseln und den vorbeiziehenden Kometen Kohoutek zu beobachten. Zurück in der Station genossen sie ein Weihnachtsessen und ein Obstkuchendessert, sprachen mit ihren Familien und öffneten Geschenke. Sie hatten sogar eine Art Orbitalbesucher, da die sowjetischen Kosmonauten Pyotr I. Klimuk und Valentin V. Lebedev zwischen dem 18. und 26. Dezember an Bord von Sojus 13 im Orbit waren. Zum ersten Mal waren Astronauten und Kosmonauten gleichzeitig im Weltraum.

An Bord von Saljut-6 stoßen Georgi M. Grechko (links) und Yuri V. Romanenko als erste russische Kosmonauten an, um das neue Jahr im Weltraum zu feiern. Bildnachweis: Mit freundlicher Genehmigung von RKK Energia.

In der säkulareren Sowjetzeit hatte der Neujahrsfeiertag mehr Bedeutung als das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Januar. Die ersten Kosmonauten, die ein neues Jahr im Orbit einläuteten, waren Yuri V. Romanenko und Georgi M. Grechko während ihrer rekordverdächtigen 96-tägigen Mission 1977 und 1978 an Bord der Raumstation Saljut-6. Sie stießen während einer Fernsehsendung mit der Erde auf das neue Jahr an. Die genaue Art des zu diesem Anlass konsumierten Getränks ist nicht überliefert.

Links: STS-61-Missionsspezialist Jeffrey A. Hoffman mit einem Dreidel während Chanukka im Dezember 1993. Rechts: Video von Hoffman, der beschreibt, wie er an Bord der Raumfähre Endeavour Chanukka feierte. Foto und Video: NASA

Das jüdische Fest Chanukka, auch «Fest der Lichter» genannt, ist ein achttägiges Fest der Rückeroberung Jerusalems und der Wiedereinweihung des Zweiten Tempels im Jahr 164 v. Chr. Es wird im hebräischen Mondkalender im Monat Kislev gefeiert, der im gregorianischen Kalender zwischen Ende November und Ende Dezember fallen kann. NASA-Astronaut Jeffrey A. Hoffman feierte im Jahr 1993 das erste Chanukka im Weltraum während der Reparaturmission des Hubble-Weltraumteleskops STS-61. Chanukka begann in diesem Jahr am Abend des 9. Dezember, nachdem Hoffman seinen dritten Weltraumspaziergang der Mission abgeschlossen hatte. Er feierte mit einer reisenden Menora, unbeleuchtet natürlich, und indem er einen Dreidel drehte.

Die Crew von STS-103 mit Claude Nicollier von der European Space Agency (ESA), vorne links, Scott J. Kelly, John M. Grunsfeld; Steven L. Smith, links hinten, C. Michael Foale, Curtis L. Brown und Jean-François A. Clervoy von der ESA, zeigen 1999 auf dem Flugdeck der Raumfähre Discovery ihre Weihnachtsmützen. Foto: NASA

Die Crew einer anderen Hubble-Weltraumteleskop-Reparaturmission, STS-103, feierte 1999 an Bord der Discovery das erste Space Shuttle Weihnachten. Zum Weihnachtsessen genossen Curtis L. Brown, Scott J. Kelly, Steven L. Smith, Jean-François A. Clervoy von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), John M. Grunsfeld, C. Michael Foale und Claude Nicollier von der ESA Entenleber auf mexikanischen Tortillas, Cassoulet und gesalzenem Schweinefleisch mit Linsen. Smith und Grunsfeld haben während eines Weltraumspaziergangs am Heiligen Abend am Teleskop gearbeitet.

Links: Russische Kosmonautin und Flugingenieurin der Mir Expedition 17 Elena V. Kondakova mit einer Flasche Champagner zur Feier von Silvester 1994. Rechts: Video von Kondakova, die das Verhalten von Champagner in der Schwerelosigkeit an Bord der MIR demonstriert. Bildnachweis: Mit freundlicher Genehmigung von RKK Energia.

Zwischen 1987 und 1998 verbrachten 12 MIR-Expeditionsteams ihren Urlaub an Bord des sich ständig erweiternden Aussenpostens. Zwei der Crews waren NASA-Astronauten, John E. Blaha und David A. Wolf, die im Rahmen des Shuttle-MIR-Programms an Bord der russischen Raumstation waren.

Links: Video der MIR-Expedition 22-Flugingenieur und NASA-Astronauten John E. Blaha’s Weihnachtsbotschaft 1996 von der MIR. Rechts: Flugingenieur Mir Expedition 24 und NASA-Astronaut David A. Wolf mit Menora und Dreidel zur Feier von Chanukka im Jahr 1997. Foto und Video: NASA

Die letzten beiden Silvesternachrichten von der Raumstation MIR. Links: MIR-24 Besatzung Pavel V. Vinogradov, links, NASA-Astronaut David A. Wolf und Anatoli Y. Solovyev im Jahr 1997. Rechts: MIR-26 Besatzung von Sergei V. Avdeyev, links, und Gennadi I. Padalka im Jahr 1998. It war das dritte Mal, dass Avdejew das neue Jahr im Weltraum einläutete. Bildnachweis: Mit freundlicher Genehmigung von RKK Energia.

Die Ankunft der Expedition 1 Crewmitglieder William M. Shepherd von der NASA und Yuri P. Gidzenko und Sergej K. Krikalev von Roskosmos an Bord der Internationalen Raumstation am 2. November 2000 markierte den Beginn einer dauerhaften Präsenz des Menschen im Weltraum. Sie waren die ersten, die Weihnachten feierten und das neue Jahr an Bord des noch jungen Weltraumlabors läuteten und begannen eine Tradition, den Menschen auf der Erde eine Botschaft des guten Willens vorzulesen. Shepherd würdigte eine Schiffstradition, ein Gedicht als ersten Eintrag des neuen Jahres im Logbuch des Schiffes zu schreiben.

Links: Video der Besatzungsmitglieder der Expedition 1 Yuri P. Gidzenko von Roskosmos, links, der NASA-Astronaut William M. Shepherd und Sergei K. Krikalev von Roskosmos beim Lesen ihrer
Weihnachtsbotschaft im Dezember 2000 – dies war die dritte Urlaubssaison, die Krikalev im Orbit verbrachte die ersten beiden verbrachten 1988 und 1991 an Bord der MIR. Rechts: Die Raumstation, wie sie im Dezember 2000 erschien. Fotos: NASA

Das Gedicht des Kommandanten der Expedition 1 und des NASA-Astronauten William M. Shepherd , geschrieben für den Neujahrstag 2001 Eintrag im Logbuch der Raumstation , in Übereinstimmung mit der Tradition der Marine. Bild: NASA

Links: Eine kurze Videoauswahl, wie einige Expeditionscrews Weihnachten an Bord der Raumstation feierten. Rechts: Ab 2019 die Weihnachtsbotschaft der Crew-Mitglieder der Expedition 61.

Geniessen Sie die folgende Auswahl an Fotografien von internationalen Crews, die in den letzten 21 Jahren an Bord der Raumstation Chanukka und Weihnachten feierten und das neue Jahr einläuteten.

Links: Die Expedition 4 Crew von Daniel W. Bursch von der NASA, links, Yuri I. Onufriyenko von Roskosmos und Carl E. Walz von der NASA posieren für ihr Weihnachtsfoto 2001. Mitte: NASA-Astronaut C. Michael Foale, links, und Aleksandr Y. Kaleri von Roskosmos von Expedition 8 feiert Weihnachten im Jahr 2003. Rechts: Die Expedition 10-Crew von Salizhan S. Sharipov von Roskosmos, links, und der NASA-Astronaut Leroy Chiao feierten Silvester 2004. Fotos: NASA

Links: Valeri I. Tokarev von Roskosmos, links, und NASA-Astronaut William S. McArthur von Expedition 12 posieren mit Weihnachtsstrümpfen im Jahr 2005. Mitte: Die Expedition 14-Crew von Mikhail V. Tyurin von Roskosmos, links, und NASA-Astronauten Michael E. Lopez-Alegria und Sunita L. Williams posieren mit Weihnachtsmützen zu Weihnachten 2006. Rechts: Mit ihren Weihnachtsstrümpfen und Geschenken posieren die Besatzungsmitglieder der Expedition 16, Yuri I. Malenchenko von Roscosmos, links, und die NASA-Astronauten Peggy A. Whitson und Daniel M. Tanja, 2007. Fotos: NASA

Links: Die Expedition 18-Crew von E. Michael Fincke, links, und Sandra H. Magnus von der NASA, und Yuri V. Lonchakov von Roscosmos genießen ihr Weihnachtsessen im Jahr 2008. Mitte: Die fünfköpfige Expedition 22-Crew von Soichi Noguchi der Japan Aerospace Exploration Agency, links, Maksim V. Surayev und Oleg V. Kotov von Roscosmos sowie Timothy J. Creamer und Jeffrey N. Williams von der NASA beim Weihnachtsessen 2009. Rechts: Die Expedition 26-Crew von Oleg I. Skripochka von Roskosmos, links, Paolo A. Nespoli von der Europäischen Weltraumorganisation, Dmitri Y. Kondratyev von Roskosmos, Catherine G. „Cady“ Coleman von der NASA, Aleksandr Y. Kaleri von Roskosmos und Scott J. Kelly von der NASA feiern Silvester 2010 Dies war Kaleris dritter Urlaubszeit im Weltraum verbracht. Fotos: NASA

Links: Die Expedition 30-Crew des NASA-Astronauten Donald R. Pettit, links, Anatoli A. Ivanishin und Oleg D. Kononenko von Roskosmos, André Kuipers von der European Space Agency, Daniel C. Burbank von der NASA und Anton N. Shkaplerov von Roscosmos pose für ihr Weihnachtsfoto 2011. Mitte: Weihnachtsfoto 2012 der Besatzungsmitglieder der Expedition 34 des NASA-Astronauten Thomas H. Marshburn, links, Roman Y. Romanenko, Oleg V. Novitski und Yevgeni I. Tarelkin von Roscosmos, Kevin A. Ford of NASA und Chris A. Hadfield von der Canadian Space Agency. Rechts: Zu Weihnachten 2013 hinterließ die Expedition 42-Crew Milch und Kekse für den Weihnachtsmann und hängte ihre Strümpfe an der Joint Airlock als provisorischen Schornstein auf. Fotos: NASA

Links: Expedition 50-Besatzungsmitglieder Sergei N. Ryzhikov von Roskosmos, links, R. Shane Kimbrough von der NASA, Andrei I. Borisenko und Oleg V. Novitski von Roskosmos, Peggy A. Whitson von der NASA und Thomas G. Pesquet von der European Space Agentur feiert Silvester im Jahr 2016 mit Stil. Mitte: Expedition 54-Crewmitglied Mark T. Vande Hei von der NASA posiert zu Weihnachten 2017 als Elf im Regal. Rechts: Die Expedition 58-Crew von David Saint-Jacques der Canadian Space Agency, links, Anne C. McClain von der NASA und Oleg D. Kononenko von Roskosmos überprüfen ihre Weihnachtsstrümpfe auf Geschenke im Jahr 2018. Fotos: NASA

Drei Szenen aus der Ferienzeit 2019 an Bord der Raumstation. Links: Expedition 61-Flugingenieurin Jessica U. Meir von der NASA zeigt ihre Chanukka-Socken in der Kuppel. Mitte: Die Crewmitglieder der Expedition 61 Andrew R. Morgan, links, und Christina H. Koch von der NASA, Luca S. Parmitano von der ESA und Meir teilen ihre Weihnachtsbotschaften. Rechts: Die Besatzungsmitglieder der Expedition 61 Koch, links, Morgan, Oleg I. Skripochka von Roskosmos, Meir, Aleksandr A. Skvortsov von Roskosmos und Parmitano läuten mit Mundharmonikas das neue Jahr ein. Fotos: NASA

Drei Szenen aus der Ferienzeit 2020 an Bord der Raumstation. Links: Expedition 64 NASA-Astronauten Shannon Walker, links, Michael S. Hopkins, Kathleen H. Rubins und Victor J. Glover und Soichi Noguchi von der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) nehmen Weihnachtsgrüße auf. Mitte: Walker, links, Hopkins, Rubin, Glover und Noguchi verwendet einen aufblasbaren Erdkugel als Ersatz für den Times Square Silvester Ball „drop“ an Bord der Raumstation. Rechts: Expedition 64-Besatzungsmitglieder Sergei V. Kud-Sverchkov von Roskosmos, links Hopkins, Walker, Sergei N. Ryzhikov von Roskosmos, Glover, Rubins und Noguchi begrüßen 2021 an Bord der Raumstation. Fotos: NASA

Links: Während der Expedition 66 im Jahr 2021 die NASA-Astronauten Mark T. Vande Hei (links), Raja J. Chari, Kayla S. Barron und Thomas H. Marshburn sowie Matthias Maurer von der ESA in einem Standbild aus einem Video, in dem Sie ihre Gedanken über die Ferienzeit teilen. Rechts: Barron zeigt die Geschenke, die sie für ihre sechs Crewmitglieder verpackt hat. Fotos: NASA

Wir hoffen, dass Ihnen diese Geschichten, Fotos und Videos von Feierlichkeiten im Weltraum gefallen haben. In diesem Jahr wird eine Rekordzahl von 10 Menschen aus vier Nationen auf zwei Raumstationen – der Internationalen Raumstation und der chinesischen Raumstation Tiangong – die Feiertage feiern und das neue Jahr einläuten. Wir wünschen ihnen allen und jedem hier auf der Erde alles Gute für die Weihnachtszeit und mögen 2022 tatsächlich ein glückliches neues Jahr sein!

John Uri
NASA Johnson Space Center

Originaltext: https://www.nasa.gov/feature/celebrating-the-holiday-season-in-space

Artemis Programm


Das Artemis-Programm ist ein Raumfahrtprojekt der NASA in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern (derzeit Australien, Kanada, Japan, Luxemburg, Italien, Vereinigte Arabische Emirate und Großbritannien). Ziel des Programms ist es, erstmals seit Apollo 17 wieder Astronauten auf dem Mond zu landen und eine Mondbasis aufzubauen. Anschließend sollen jährlich bemannte Mondlandungen stattfinden. Das Projekt wurde im März 2019 von US-Präsident Donald Trump initiiert und wird von der Regierung unter Joe Biden fortgeführt. In Anspielung auf das Apollo-Programm wurde es im Mai 2019 nach Artemis benannt, der Mondgöttin und Zwillingsschwester Apollons in der griechischen Mythologie. Eine erste Mondlandung war für das Jahr 2024 geplant, kann jedoch aus finanziellen, rechtlichen und technischen Gründen voraussichtlich erst im Zeitraum 2026–2028 stattfinden.

Logo Artemis Programm. Grafik: NASA

Das Artemis-Programm ist ein Raumfahrtprojekt der NASA in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern (derzeit Australien, Kanada, Japan, Luxemburg, Italien, Vereinigte Arabische Emirate und Großbritannien). Ziel des Programms ist es, erstmals seit Apollo 17 wieder Astronauten auf dem Mond zu landen und eine Mondbasis aufzubauen. Anschließend sollen jährlich bemannte Mondlandungen stattfinden. Das Projekt wurde im März 2019 von US-Präsident Donald Trump initiiert und wird von der Regierung unter Joe Biden fortgeführt. In Anspielung auf das Apollo-Programm wurde es im Mai 2019 nach Artemis benannt, der Mondgöttin und Zwillingsschwester Apollons in der griechischen Mythologie. Eine erste Mondlandung war für das Jahr 2024 geplant, kann jedoch aus finanziellen, rechtlichen und technischen Gründen voraussichtlich erst im Zeitraum 2026–2028 stattfinden.

Das Artemis-Programm baut auf fünf technischen Einheiten auf, deren Konzept überwiegend aus früheren US-Mondprogrammen stammt:

  • Die Superschwerlastrakete SLS (Space Launch System) wird offiziell seit 2011 entwickelt, beruht aber auf Komponenten des Space-Shuttle-Systems. Sie soll zunächst bis zu 26 Tonnen Nutzlast auf den Weg zum Mond bringen können. Ob eine ursprünglich geplante Erweiterung auf 45 Tonnen realisiert wird, ist ungewiss.
  • Das Orion-Raumschiff wurde vom Constellation-Programm über das SLS-Programm ins Artemis-Programm übernommen. Es ist für eine Besatzung von bis zu vier Astronauten ausgelegt. Orion besteht aus einer von Lockheed Martin gebauten Raumkapsel und dem „europäischen Servicemodul“, einer von Airbus Defence and Space in Bremen gefertigten Antriebs- und Versorgungseinheit. Das Gesamtsystem ist so schwer, dass es nur mit dem SLS auf den Weg zum Mond gebracht werden kann.
  • Die Bodensysteme am NASA-Weltraumbahnhof Kennedy Space Center wurden für die Handhabung von SLS und Orion umgerüstet. Hierzu zählen das Vehicle Assembly Building (VAB), in dem die Rakete zusammengebaut wird, die Startrampe 39B und die Crawler-Transporter für den Transport der Rakete vom VAB auf die Rampe. Außerdem wurde der Mobile Launcher 1 (ML-1) gebaut, ein mobiler Starttisch mit integriertem Startturm. Ein zweites Mobile-Launcher-Exemplar ist in Vorbereitung.
  • Der LOP-G (Lunar Orbital Platform-Gateway) ist seit 2017 geplant. Es handelt sich um eine modulare Raumstation, die in einer komplizierten Umlaufbahn um den Mond platziert werden soll. Von dort aus sollen sowohl Mondlandungen als auch spätere Flüge zum Mars erfolgen. Außerdem soll der LOP-G als Kontrollzentrum für die Steuerung von Robotermissionen auf der Mondoberfläche dienen. Die Station soll nur zeitweise bewohnt sein. Getragen wird sie von einer internationalen Kooperation der ISS-Teilnehmerstaaten. Da nicht sicher ist, ob der LOP-G bis 2024 einsatzbereit sein wird, ist seine Nutzung erst für spätere Artemis-Missionen vorgesehen.
  • Eine spezielle Version des SpaceX-Raumschiffs Starship soll als Mondfähre eingesetzt werden. Die NASA wählte das Starship im April 2021 im Rahmen einer Ausschreibung, an der drei technisch sehr verschiedene Entwürfe teilgenommen hatten. Der komplexeste Entwurf stammte von einem Konsortium unter der Leitung des Unternehmens Blue Origin; er sah ein dreiteiliges System aus Ab- und Aufstiegsmodul (wie bei der Apollo-Landefähre) und einem Transfermodul vor. Letzteres sollte die ersteren beiden zwischen verschiedenen Orbits bewegen. Dynetics hatte eine Lande- und Aufstiegsfähre mit abwerfbaren Tanks vorgeschlagen. Aus Redundanzgründen beabsichtigte die NASA anfangs die getrennte Beschaffung und den Start von zwei verschiedenen Fähren für die Mondlandung im Jahr 2024; dies scheiterte jedoch an der unzureichenden Finanzierung durch den US-Kongress.

Zunächst soll mit der unbemannten Mission Artemis 1 (2022) und der bemannten Mission Artemis 2 (2024) das Orion-Raumschiff erprobt werden. Beide Flüge sollen mit dem SLS starten und um den Mond führen. Frühestens im Jahr 2024 sollen die ersten beiden Module der LOP-G-Raumstation mit einer Rakete des Typs Falcon Heavy in eine Mondumlaufbahn gebracht werden. Mit mehreren Starship-Flügen (einschließlich Wiederbetankung im Erdorbit) soll die Mondfähre in einen Mondorbit transportiert werden. Schließlich würden mit Artemis 3 erstmals seit 1972 wieder Astronauten auf dem Mond landen.

Der erste Testflug einer Orion-Kapsel erfolgte am 5. Dezember 2014 im Rahmen des EFT-1 (Exploration Flight Test 1) mit einer Delta IV Heavy Trägerrakete, da die SLS (Space Launch System) der Orion Kapsel zum Zeitpunkt des Testflugs noch nicht fertiggestellt war.

Ein Startabbruchstest (Ascent Abort-2) fand im Juli 2019 statt. Dabei wurde eine Orion-Testkapsel, die nicht über die vollen Funktionen verfügt, von Cape Canaveral SLC-46 mit dem speziell entwickelten Orion Abort Test Booster (ATB) gestartet. Ziel der Mission war es, das Orion Launch Abort System (LAS) zu überprüfen und zu qualifizieren (LAS), dass es der Astronautenbesatzung ermöglicht, bei einem Notfall während des Starts und der Aufstiegsphase mit der Orion Kapsel sicher zu entkommen.

Künstlerische Darstellung der Trägerrakete SLS mit einer Orion Raumkapsel in der Grundkonfiguration auf der Startrampe. Bild: NASA

Im Dezember 2020 wählte die NASA je neun US-amerikanische Astronautinnen und Astronauten aus, die für die Artemis-Missionen trainieren werden. Die Hälfte davon waren zum Zeitpunkt der Nominierung noch ohne Raumflugerfahrung. Weitere Teilnehmer, darunter auch internationale Partnerastronauten, können dieser Gruppe beitreten. So soll bei der ersten bemannten Mission, Artemis 2, auch ein kanadischer Astronaut mit an Bord sein.

Orion Multi-Purpose Crew Vehicle


Das Orion MPCV (Multi-Purpose Crew Vehicle) ist ein bemanntes Raumfahrzeug der NASA, das in Zusammenarbeit mit der ESA gebaut wird. Es soll im Rahmen des Artemis-Programms zum Transport von Personen zum Mond dienen.

2004 begann die Entwurfsphase des Crew Exploration Vehicle (CEV), welches dann in MPCV (Multi-Purpose Crew Vehicle) unbenannt wurde. Im November 2005 gab die NASA die Exploration Systems Architecture Study (ESAS) heraus, welche die genauen Anforderungen und Missionsprofile für das CEV beinhaltet. Am 31. August 2006 gab die NASA bekannt, dass Lockheed Martin für den Bau des Orion-Raumschiffs ausgewählt wurde.

Am 6. Mai 2010 wurde auf der White Sands Missile Range in New Mexico mit einer Orion Testkapsel (Orion Boilerplate) ein Pad-Abort Test (PA-1) durchgeführt. Dabei wurde das Orion Launch Abort Systems (LAS) getestet. PA-1 war der erste Test in einer Reihe von atmosphärischen Flugtests, die als Orion Abort Flight Test (AFT) bekannt sind. PA-1 testete die grundlegende Funktionalität des Startabbruchkonzepts vom Pad aus in seiner vorläufigen Orion-Designkonfiguration. Es nutzte die frühere konforme Form des LAS-Adapters. Der Flight Test Article (FTA)-Aufbau wird sich in vielerlei Hinsicht vom fertigen Orion Raumschiff unterscheiden.

Techniker führen letzte Arbeiten kurz vor dem Pad Abort Test (PA-1) durch. Foto: US Army White Sands Missile Range

Pad Abort 1 (PA-1) startete am 6. Mai 2010 auf der White Sands Missile Range in New Mexico. Foto: NASA/WSTF/Reed P. Elli

Fallschirmabstieg der Testkapsel am 6. Mai 2010 auf der White Sands Missile Range. Foto: NASA/WSTF/Reed P. Elli

Am 5. Dezember 2014 erfolgte im Rahmen des EFT-1 (Exploration Flight Test 1) der erste Testflug des Orion MPCV (Multi-Purpose Crew Vehicle) in den Weltraum. Es war der erste Testflug des Orion Raumschiffs, mit dem wichtige Systeme, u.a. die Bordelektronik, der Hitzeschild und die Fallschirme, getestet wurden. Da die eigentliche Trägerrakete des MPCV, das SLS, zum Zeitpunkt des Testflugs noch nicht fertiggestellt war, erfolgte der Start auf einer Delta IV Heavy der United Launch Alliance.

Missionsverlauf von EFT-1, Grafik: NASA

Die Oberstufe der Delta IV war zur Energieversorgung bis zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mit dem MPCV verbunden, da die Photovoltaik-Panels nicht installiert wurden. Bei der zweiten Erdumrundung wurde das Raumschiff in eine gesteigerte Höhe von etwa 5.800 km gebracht, was etwa 15-mal höher als der Orbit der ISS ist. Dann trat es mit einer Geschwindigkeit von etwa 32.000 km/h wieder in die Erdatmosphäre ein und wasserte im Pazifischen Ozean. Während des gesamten Flugs stand das Raumschiff unter Druck, so wie es auch mit Astronauten an Bord der Fall gewesen wäre.

Am 2. Juli 2019 wurde der Ascent Abort-2 (Aufstiegsabbruch-2) durchgeführt. Dabei wurde eine Orion-Testkapsel, der der weltraumerprobten Kapsel aerodynamisch ähnlich ist, jedoch nicht über die vollen Funktionen verfügt, von Cape Canaveral SLC-46 mit dem speziell entwickelten Orion Abort Test Booster (ATB) gestartet . Der Booster war eine umfunktionierte Peacekeeper-Rakete der ersten Stufe (SR118), die von der United States Air Force beschafft und von Orbital ATK/Northrop Grumman für die Mission modifiziert wurde , ähnlich der ersten Stufe der von Peacekeeper abgeleiteten Minotaur IV. Ziel der Mission war es, das Orion Launch Abort System (LAS) zu überprüfen und zu qualifizieren (LAS), dass es der Astronautenbesatzung ermöglicht, bei einem Notfall während des Starts und der Aufstiegsphase mit dem Orion MPCV sicher zu entkommen.

Der LAS sollte nach etwa 55 Sekunden Aufstieg in einer Höhe von 9.400 m aktiviert werden, während der Booster noch feuerte. Auf dem Crew Module wurde kein Fallschirmsystem installiert, da diese sehr teuer sind und bereits mehrfach getestet wurden. Die Orion Kapsel übermittelte während seines Fluges Telemetriedaten, und als Backup wurden während des Sinkflugs 12 Datenrekorder paarweise ausgeworfen, beginnend etwa 20 Sekunden nach der Trennung der Kapsel von der Rettungsrakete und wurden später aus dem Atlantik geborgen. Der Test folgte dem Pad Abort-1 Test von Orion im Jahr 2010 und dem Exploration Flight Test-1 im Jahr 2014, bei dem die Kapsel zum ersten Mal ins All flog. Der Flug war erfolgreich und das Startabbruchsystem funktionierte wie geplant.

Start der umfunktionierten 1. Stufe der Peacekeeper Rakete mit einer einer Orion Testkapsel und einem voll funktionsfähigen Launch Abort System (LAS) am 2. Juli 2019 von der Startrampe 46 der Cape Canaveral Air Force Station in Florida zur Mission Ascent Abort-2 (AA-2). Bei dieser Mission wurde ein Startabbruch während des Aufstiegs der Rakete durchgeführt. Der Flugtest hat bewiesen, dass das Abbruchsystem die Besatzung im unwahrscheinlichen Fall eines Notfalls während des Aufstiegs in Sicherheit bringen kann. Foto: NASA

Die europäische Weltraumagentur ESA liefert einen zentralen Teil des Raumschiffs, das Europäische Servicemodul (ESM), das für Antrieb, Klimatisierung und die Versorgung mit Strom, Wasser und Atemluft sorgt, und möchte im „Tausch“ auch europäische Astronauten mitfliegen lassen. Das Modul wird bei Airbus Defence and Space (ehemals Astrium) in Bremen gebaut und basiert technisch auf dem zuvor dort hergestellten Raumfrachter Automated Transfer Vehicle (ATV). Im November 2015 traf das erste Testmodul aus Europa mit einer Antonow An-124 in den USA ein.

Im Juni 2015 wurde bekannt, dass die NASA der ESA eines der Space-Shuttle-Orbital Maneuvering System (OMS) zur Weiterverwendung im EM-1-Servicemodul zur Verfügung stellt. Dieses OMS war zuvor bereits bei 19 Shuttle-Missionen eingesetzt worden. Es wurde 2017 über den Einsatz von bis zu vier derartigen Einheiten verhandelt.

Anfang November 2018 wurde dann das Servicemodul für den ersten Mondflug (EM-1) des Orion-Raumschiffs von Bremen zum Kennedy Space Center/USA geflogen.